Forschungsschwerpunkte
Forschungsschwerpunkte Phase 2: Vom U-Space zum domänenübergreifenden Mischbetrieb
Mit dem Beginn der zweiten Förderphase richtet das Netzwerk DroneSky.digital seine Strategie neu aus, um den fundamentalen Wandel im Umfeld unbemannter Systeme aktiv zu gestalten. Wir erweitern unseren Fokus von einem reinen Luftfahrt-Netzwerk hin zu einem domänenübergreifenden Lösungsanbieter für den sicheren, autonomen und wirtschaftlichen Mischbetrieb von bemannten und unbemannten Systemen in komplexen, geteilten Einsatzräumen. Unsere Vision ist es, die technologischen Grundlagen zu schaffen, um die sichere Koexistenz und Kooperation in der Luft, zu Land und auf dem Wasser zu ermöglichen und damit die technologische Souveränität Europas zu stärken.
Diese Weiterentwicklung wird von zwei zentralen Treibern bestimmt:
Strategischer Fokus auf Dual-Use und Resilienz:
Der Krieg in der Ukraine hat den Bedarf an Technologien, die sowohl zivil als auch im Verteidigungs- und Sicherheitskontext zuverlässig funktionieren (Dual-Use), massiv beschleunigt. Systeme müssen robuster, gegen Störungen (z. B. GPS-Jamming) gehärtet und schnell verfügbar sein. Das Netzwerk begegnet dieser Herausforderung durch die gezielte Aufnahme von Partnern mit ausgewiesener Expertise in den Bereichen Verteidigungssoftware (EDNEO AG), GPS-unabhängige Navigation (iMAR GmbH) und Exportkontrollrecht (LCH Aviation GmbH & Co. KG).
Technologische Erweiterung auf Land- und See-Systeme:
Die im Luftraum (U-Space) entwickelten Prinzipien für Verkehrsmanagement und sicheren Betrieb dienen als Blaupause für land- und seegestützte autonome Systeme. Das Netzwerk treibt diese konzeptionelle Übertragung aktiv voran, um ein domänenübergreifendes Management zu ermöglichen. Realisiert wird dies durch neue Partner mit spezifischer Expertise in diesen Domänen, darunter das ISL – Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik und die Jade Hochschule für die maritime Domäne sowie Vector Machines B.V. und die HAW Hamburg für landgestützte Systeme.
Aus dieser Vision leiten sich die zentralen technologischen Entwicklungsschwerpunkte für unsere F&E-Projekte ab:
Entwicklungsschwerpunkte
Entwicklung eines domänenübergreifenden „Common Operational Picture“
Im Zentrum steht die Schaffung einer Plattform, die Echtzeit-Lagedaten aus allen Domänen fusioniert und visualisiert. Hierbei werden von Beginn an die spezifischen Anforderungen der maritimen Welt (durch ISL, Jade HS) und von Landsystemen (durch Vector Machines) integriert, um ein vollständiges und aktuelles Lagebild zu gewährleisten.
Schaffung robuster, resilienter und sicherer Basistechnologien (Dual-Use)
Der Fokus liegt auf der Entwicklung von Schlüsseltechnologien, die in kritischen Umgebungen zuverlässig funktionieren. Dazu gehören insbesondere GPS-unabhängige Navigationslösungen (durch iMAR), störungsfreie Kommunikation und KI-gestützte Wahrnehmungssysteme (durch TU Berlin). Die EDNEO AG liefert die notwendigen sicheren Softwarearchitekturen und Cybersicherheits-Konzepte.
Gewährleistung von Interoperabilität und Zulassungsfähigkeit
Alle Entwicklungen müssen auf offenen Standards basieren, um die Kompatibilität und eine breite Anwendung zu sichern. Die LCH Aviation GmbH & Co. KG stellt mit ihrer Expertise im Luftrecht die Weichen für die Zulassungsfähigkeit der entwickelten Systeme und die Einhaltung des kritischen Exportkontrollrechts. Gleichzeitig erhöht die NORDYN Robotics GmbH die Resilienz durch die Entwicklung von Konzepten zur schnellen, dezentralen Produktion von Systemen.
Validierung in realitätsnahen Anwendungsszenarien
Die entwickelten Technologien werden in den Reallaboren der Partner intensiv erprobt. Dies umfasst den Mischbetrieb von bemannten und unbemannten Flugzeugen auf dem Flugplatz Hatten (in Kooperation mit zeitmaschine und inTrim), die Inspektion von On- und Offshore-Windparks (mit der Deutschen WindGuard) sowie kooperative Missionen von Land- und Luftsystemen.